Gay Travel Index 2019: Deutschland stürzt ab – von Rang 3 auf Rang 23

Kanada, Portugal und Schweden sind gegenwärtig die LGBTI-freundlichsten Reiseländer der Welt. Das ist das Ergebnis des „Spartacus Gay Travel Index 2019“ (free Download), der am Mittwoch vom „blu Media Network“ veröffentlicht wurde. In der seit 2012 jährlich erstellten Liste werden anhand von 14 Kriterien sowohl die rechtliche Lage (etwa bei Antidiskriminierungsrichtlinien oder der Anerkennung von homosexuellen Partnerschaften) gewertet als auch Fragen wie LGBTI-Marketing, die Akzeptanz von Homosexualität durch die Bevölkerung, der religiöse Einfluss oder Morde an Angehörigen sexueller Minderheiten. Wie im Vorjahr wurden 197 Länder und Territorien untersucht.

Deutschland rutschte in der Liste empfindlich ab. Während die Bundesrepublik im letzten Jahr noch auf den dritten Platz steigen konnte, reichte es dieses Mal nur noch für Rang 23. Grund ist eine schlechtere Bewertung im Bereich „Trans-Rechte“, außerdem erhielt Deutschland einen Punkt Abzug, weil die Einwohner teilweise feindselig gegenüber sexuellen und geschlechtlichen Minderheiten eingestellt seien. Allerdings muss diese Statistik mit Vorsicht genossen werden: Laut „Spratacus“ ist die Einstellung der deutschen Bevölkerung gegenüber queeren Menschen schlechter als in Österreich, Großbritannien, Slowenien, Griechenland oder Italien – und genauso problematisch wie in Syrien (!), Mexiko oder Indien.

Deutschland liegt hinter Österreich

Damit liegt Deutschland hinter Österreich, das wegen der Ehe-Öffnung von Platz 15 auf Platz vier aufgestiegen ist. Die Schweiz liegt gleichauf mit Deutschland. Im Vergleich zu Deutschland erhält die Eidgenossenschaft wegen des Ehe-Verbots für Schwule und Lesben einen Punkt weniger, den das Land wegen einer angeblich besseren Antidiskriminierungsgesetzgebung aber ausgleicht.

Deutschland zählt damit neben Brasilien und den USA zu den großen Verlierern der neuen Statistik – in beiden Ländern auf dem amerikanischen Doppelkontinent sind homo- und transphobe Regierungen an dieser Entwicklung schuld: Das südamerikanische Land wird seit Anfang des Jahres vom Rechtesxtremisten Jair Bolsonaro regiert, während in den Vereinigten Staaten Donald Trump weiter Rechte von queeren Menschen einschränkt. Lagen die USA 2017 noch auf Rang 34, fielen sie vergangenes Jahr auf Rang 38 und dieses Jahr auf Rang 47 zurück. Sie stehen damit auf einer Stufe mit autoritären Regimen wie Thailand und Kuba.

Zu den großen Gewinnern gehört dagegen Indien, dass wegen der Entkriminalisierung von Homosexualität und eines verbesserten gesellschaftlichen Klimas von Rang 104 auf Platz 57 steigen konnte. Auch der neue Spitzenreiter Portugal konnte sich extrem verbessern – im vergangenen Jahr lag das Land noch auf Rang 27.

Am Ende der Liste hat sich im Vergleich zum Vorjahr kaum etwas geändert: Den letzten Platz nimmt die russische Teilrepublik Tschetschenien ein. Knapp davor liegen Somalia, Saudi-Arabien, der Iran, Jemen, die Vereinigten Arabischen Emirate, Libyen und Afghanistan.

Quelle: queer.de

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