Wie läuft die Trauungszeremonie ab?

Für die Bundesländer, die nicht von der Länderöffnungsklausel Gebrauch gemacht haben (also alle außer Baden-Württemberg), ist der standesamtliche Trauungs-Ablauf für die Eintragung eurer Lebenspartnerschaft im Lebenspartnerschaftsgesetz (LPartG), im Personenstandsgesetz (PStG) und im Personenstandsverordnung (PStV) vorgegeben. Dem entsprechend, soll die Zeremonie in einer der Bedeutung der Lebenspartnerschaft entsprechenden würdigen Form vorgenommen werden. (vgl. §§ 14 Abs 2 und 17 PStG)

Ihr müsst dann „gegenseitig persönlich und bei gleichzeitiger Anwesenheit erklären“, „miteinander eine Lebenspartnerschaft auf Lebenszeit führen zu wollen“. (vgl. § 1 Abs.1 LPartG) Dazu soll euch der Standesbeamte einzeln befragen, ob ihr eine Lebenspartnerschaft begründen wollt. Wenn ihr diese Frage bejaht, soll der Standesbeamte erklären, dass eure Lebenspartnerschaft nunmehr begründet ist. (vgl. § 1 Abs. 2 LParG)

Die Begründung eurer Lebenspartnerschaft kann zudem in Anwesenheit von bis zu zwei Trauzeugen erfolgen. Diese Regelung ist auch im Muster der „Niederschrift über die Begründung einer Lebenspartnerschaft“ vorgesehen. (vgl. Anlage 11 zu § 30 PStV)

Da der Gesetzgeber keine weiteren Vorgaben zum Ablauf der standesamtlichen Trauung für die Begründung einer Lebenspartnerschaft gemacht hat, steht es den Standesbeamten frei, wie sie die Zeremonie weiter gestalten.

Besprecht deshalb am besten vorher mit dem für euch zuständigen Standesbeamten, wie ihr euch eure Zeremonie vorstellt und wünscht. Die wenigsten Standesbeamten werden euch diesen bedeutsamen Tag sicher nicht durch die Einhaltung schnöder Paragrafen vermiesen. So kann beispielsweise auf den meisten Standesämtern die eigene Musik für die Trauungszeremonie mitgebracht werden.

Im Übrigen gelten die gesetzlichen Vorgaben für den Ablauf der standesamtlichen Trauung auch ab 01. August 2009 für die bayrischen Notare.

Wichtig: Für die Eintragung eurer Lebenspartnerschaft ist es wichtig, dass ihr euren Personalausweis oder euren Reisepass (wie bei der Anmeldung) mit dabei habt und vorlegen könnt.

Die meisten Standesbeamten raten dazu, dass ihr euch und – sofern vorhanden – auch eure Trauzeugen, mindestens 30 Minuten vor der Trauung im Standesamt einfindet, um vorab noch einmal gemeinsam alle zu den Personen gemachten Angaben abzugleichen.

Hinweis: Das Landesausführungsgesetz von Baden-Württemberg, das aufgrund der geltend gemachten Länderöffnungsklausel weiterhin Gültigkeit hat, enthält keine Vorgaben für die Trauungszeremonie. Zudem schreibt es die Möglichkeit von Trauzeugen und einen würdigen Rahmen nicht explizit vor.

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