Papst bekräftigt Nein zur Homo-Ehe

Papst Franziskus präsentiert seine Schlussfolgerungen aus der Familiensynode. Wiederverheirateten kommt er entgegen, gleichgeschlechtliche Ehen lehnt er weiter ab.

Die Erwartungen an das mehr als 200 Seiten starke Papier sind hoch. „Amoris Laetitia – über die Liebe in der Familie“ heißt der Text, den Papst Franziskus an diesem Freitag im Vatikan vorgestellt hat. Darin: Die Schlussfolgerungen des Pontifex aus zwei Bischofssynoden zu den Themen Ehe und Familie.

Bei der weltweiten Umfrage unter Katholiken, die den Synoden im Jahr 2013 vorangegangen war, waren die strittigen Themen deutlich geworden: Viele Gläubige forderten einen anderen Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen und Homosexuellen, außerdem entspann sich eine Debatte über die Position von Frauen in der Kirche und über die Rolle katholischer Laien insgesamt.

Der Abschlussbericht der zweiten Familiensynode im Oktober 2015 war gerade in diesen Fragen vage geblieben. Der Text wurde als Vorschlag für eine vorsichtige Öffnung der Kirche interpretiert. Auch das Papier des Papstes entspricht nun eher einer werbenden Kompromisslösung als einem Machtwort für die Reformer. Es bildet die Mehrheitsverhältnisse unter den Bischöfen realistisch ab. Die wichtigsten Punkte:

  • • Franziskus betont erneut den Wegcharakter der Seelsorge, die die Menschen in ihren konkreten Lebenslagen begleiten müsse. Er hebt die Wichtigkeit der Ortskirchen und der pastoralen Arbeit hervor und wirbt für mehr Barmherzigkeit. Priester und Bischöfe dürften moralische Gesetze nicht anwenden, „als seien es Felsblöcke, die man auf das Leben von Menschen wirft“, heißt es in dem Schreiben.
  • • Grundsätzlich hält der Papst an den geltenden Normen zu Ehe und Familie fest. Er betont den Wert der Familie, des Ehebundes. Die Ehe kann es für die katholische Kirche im Jahr 2016 aber noch immer nur zwischen Mann und Frau geben. An dieser Stelle gibt der Papst folgenden Beziehungstipp: „Es ist gut, den Morgen immer mit einem Kuss zu beginnen“, rät der Papst und schreibt weiter, „Die Ehe ist auch eine Freundschaft, welche die der Leidenschaft eigenen Merkmale einschließt.“
  • • Franziskus will das Verfahren der Eheannullierungen schneller abwickeln lassen, auf wiederverheiratete Geschiedene bewegt sich die katholische Kirche ansonsten aber nicht zu. Der Papst plädiert jedoch dafür, die Zulassung wiederverheirateter Geschiedener zur Kommunion im Einzelfall zu prüfen.
  • • Franziskus hat in seinem Abschlussdokument zur Familiensynode die kirchliche Ablehnung gleichgeschlechtlicher Ehen bekräftigt. Für die Gleichstellung homosexueller Lebenspartnerschaften mit der Ehe gebe es im Plan Gottes „kein Fundament“. Es sei nicht hinnehmbar, dass auf die Ortskirchen in dieser Frage Druck ausgeübt werde, indem internationale Organisationen Finanzhilfen für arme Länder von der Einführung der gleichgeschlechtlichen Ehe abhängig machten. Zugleich betont Franziskus aber auch, jede Person sei unabhängig von ihrer sexuellen Orientierung in ihrer Würde zu achten und verdiene Respekt.
  • • Papst Franziskus übt zudem harte Kritik an der Gender-Lehre. Es handele sich dabei um eine radikale Ideologie, die das natürliche Verhältnis von Mann und Frau leugne. Die Relativierung der Geschlechter unterhöhle die menschlichen Grundlagen der Familie. Es sei beunruhigend, „dass einige Ideologien dieser Art, die behaupten, gewissen und manchmal verständlichen Wünschen zu entsprechen, versuchen, sich als einzige Denkweise durchzusetzen und sogar die Erziehung der Kinder zu bestimmen“.
  • • Insgesamt bemüht sich der Papst in dem Schreiben um einen versöhnlichen Ton. Franziskus spricht Themen wie Erotik, Leidenschaft und Zärtlichkeit an, nimmt aber keine Änderungen an der Kirchenlehre vor und verzichtet auf Entscheidungen in Streitfragen. Er öffnet die Tür insgesamt nur einen Spalt breit – den Homosexuellen schlägt er sie allerdings vor der Nase zu.

Quelle: sueddeutsche.de

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