Neue Studie: So heiraten Schwule

LGBTQ Weddings Study enthüllt Eigenheiten gleichgeschlechtlicher Hochzeiten:

Während Deutschland auf die ersten schwulen Eheschließungen im Herbst wartet, besinnen wir uns schon mal auf etwas, von dem man zu Recht fragen kann, ob es das überhaupt gibt: schwule Hochzeitstraditionen. Die US-Wedding-Website TheKnot.com hat anlässlich des zweijährigen Geburtstags der Ehe für alle in Amerika 821 verheiratete und verlobte LGBT-Paare über ihre Vorlieben und Rituale für den großen Tag befragt. Ergebnis: Es gibt durchaus Aspekte, die gleichgeschlechtliche Hochzeiten von heterosexuellen Feiern unterscheiden.

Reine Men-Only-Hochzeiten feiern nur 9 Prozent der Befragten

„Heutzutage wünschen sich Paare personalisierte Feiern, die ihren eigenen Stil und ihre Persönlichkeiten widerspiegeln“, so TheKnot-Cheferedakteurin Kellie Gould. „Heiratswillige bevorzugen gemischtgeschlechtliche Hochzeitsfeiern, personalisierte Abläufe und eigene Interpretationen von althergebrachten Traditionen. Diese Trends sind keine Alleinstellungsmerkmale bei gleichgeschlechtlichen Paaren, aber sie wachsen vor allem in dieser Community.“ Reine Men-Only-Hochzeiten feierten allerdings nur 9 Prozent der befragten Schwulen.

Schwule heiraten teurer als Lesben – aber zehn Jahre später

Zu den blanken Fakten. Die Durchschnittskosten einer schwulen US-Hochzeit betragen 18.049 Dollar, der Durchschnittspreis eines Verlobungsrings beläuft sich auf 2.226 Dollar, das Durchschnittsalter liegt bei 46 Jahren. Zum Vergleich: Lesben geben weniger für die Hochzeit aus (17.341 Dollar), aber mehr für den Ring (3.185 Dollar) und heiraten zehn Jahre früher (36). Männer sind im Durchschnitt 12 Monate verlobt, bevor sie sich das Ja-Wort geben, laden 84 Gäste zur Hochzeit ein und bevorzugen zu 35 Prozent so genannte „Destination Weddings“ (Hochzeiten, die mindestens 100 Kilometer vom Wohnort entfernt liegen).

Statt Geheimnissen und Wagner ist Gemeinschaftlichkeit Programm

96 Prozent der befragten Männerpaare berichteten, dass sie personalisierte Hochzeitsfeiern zelebrieren. Dabei ist 91 Prozent wichtig, dass die Unternehmen, die an der Ausrichtung beteiligt sind, sich klar als LGBT-freundlich definieren. 11 Prozent haben negative Erfahrungen mit Dienstleistern gemacht, die auf Vorbehalte gegenüber Schwulen zurückführen waren. Anders als bei Heteropaaren wird der erste Blick aufs „Hochzeitskleid“ nicht erst bei der Zeremonie, sondern schon vorher gewährt. 48 Prozent der Männer zeigen sich gegenseitig ihre Outfits vor der Feier, beziehungsweise machen sich zusammen fertig. Ebenso viele Paare treten gemeinsam vor den Traualtar statt sich einzeln dorthin führen zu lassen – als Symbol, das hier eine gemeinsame Reise beginnt. Der berühmte Hochzeitsmarsch von Richard Wagner läuft nur bei 3 Prozent.

Eine Besonderheit von LGBT-Hochzeiten ist die Bezugnahme auf die Eheöffnung

Was die Personalisierung der Feiern angeht, so sind die populärsten Maßnahmen: 32 Prozent der schwulen Befragten gaben ihrer Hochzeit ein Motto, 29 Prozent entwickelten einen „Signature Cocktail“, 18 Prozent entwarfen ein Hochzeitsmonogramm, 27 Prozent boten ihren Gästen Besonderheiten wie eine Erinnerungsfotokabine. Eine Besonderheit von LGBT-Hochzeiten im Allgemeinen sei der Bezug auf die historische Entscheidung des Supreme-Courts zur Öffnung der Ehe in den USA. So werde häufig aus dem Urteilsspruch von Richter Kennedy im Obergefell-vs-Hodges-Prozess rezitiert, der die Diskriminierung gleichgeschlechtlicher Paare beendete.

Quelle: m-maenner.de

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