Gleichgeschlechtliches Paar kann erstmals ein Kind adoptieren

Aufgrund des neuen Gesetzes zur Ehe zwischen Gleichgeschlechtlichen ist es möglich, dass bestehende Lebenspartnerschaften in Ehen umgewandelt werden können (s. § 20 a LPartG). Hierfür ist eine Anmeldung beim Standesamt notwendig. Lebenspartnerschaften können seit Inkrafttreten des neuen Gesetzes nicht mehr begründet werden. Es kann nun also nur noch „geheiratet“ werden.

Adoption aufgrund Gesetzesänderung erstmals möglich

Zwei Männer waren zunächst eine Lebenspartnerschaft eingegangen und ließen diese sodann beim Standesamt am 02.10.2017 in eine Ehe umwandeln.

Das zweijährige Pflegekind, welches seit seiner Geburt bei den beiden lebt, wollten sie adoptieren.

  • • Das Adoptionsverfahren war bereits 2016 eingeleitet worden.
  • • Als eingetragene Lebenspartner hätte jedoch nur einer alleine das Kind adoptieren können.
  • • Für den anderen wäre sodann lediglich eine Stiefkindadoption in Betracht gekommen.

Zunächst hatte das Paar wegen der Diskriminierung auch eine Klage vor dem Bundesverfassungsgericht erwogen.

Dieser Schritt war nun nicht mehr notwendig.

Klage vor dem Bundesverfassungsgericht hat sich erübrigt

Drei Tage nach Inkrafttreten des neuen Gesetzes reichten sie die Ehe-Urkunde beim zuständigen Familiengericht ein, welches der gemeinsamen Adoption zustimmte. Nach Mitteilung des Lesben- und Schwulenverbandes in Deutschland, Landesverband Berlin-Brandenburg, e.V. (LSVD Berlin-Brandenburg e.V.) handelt es sich vermutlich um die erste gemeinschaftliche Adoption eines gleichgeschlechtlichen Paares deutschlandweit.

(AG Berlin-Tempelhof-Kreuzberg, Beschluss v. 4.10.2017, 166A F 8790/16)

Quelle: haufe.de

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